Stabilität in Krisenzeiten gewinnen

Was bringt uns in Krisenzeiten Stabilität?

Lockerungen…

Das war wohl das Lieblingswort des gestrigen Tages  – in vielerlei Munde, stundenlang diskutiert von Politikern und herbeigesehnt von vielen Menschen…

Lockerungen von Beschränkungen, von Kontaktverboten, von Schutzregeln –
und ein schrittweises zurückfinden zu unseren Grundrechten und zu ein Stückchen mehr, was für uns vorher Normalität bedeutet hat.
Ohne hier und jetzt diskutieren zu wollen, welche Maßnahmen sinnvoll sind oder gar zu welchem „normalen“ Leben wir zurückkehren wollen – möchte ich euch an einer Erfahrungen teilhaben lassen, die mir in den letzten Wochen zunehmend wichtig wurde.

Meine Frage war:

  • Was bringt uns in Krisenzeiten Stabilität?
  • Wie können wir die gut und emotional unbeschadet durchleben?
  • Was ist unsere innere Kraft und Stabilität?

Ich denke dabei an eine Körperübung:

Stell dir vor, du stehst fest und aufrecht auf dem Boden und versuchst,  sinnbildlich mit den Stößen und Schubsern von außen – nämlich dem Leben – fertig zu werden. Du stellst dich jedem Stoß mit maximaler Kraft entgegen, machst deinen Körper ganz fest hältst dem Druck stand. Du bleibst stark, arbeitest hart und gibst dir alle erdenkliche Mühe. Fast ohne Bewegung gelingt es dir, auf deinen Beinen zu stehen, deine Körperachse ist nahezu unbeweglich und hältst mit großer Anspannung der Kraft von außen stand ohne dich aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Du bringst dabei höchste Kräfte auf, um in dieser deiner Position zu bleiben.

Oder – du probierst in der „Bambusqualität“ den kommenden Stößen und Angriffen mit Flexibilität zu begegnen, schwingst mit dem Impuls immer wieder zu deiner Balance zurück ohne dich umwerfen zu lassen, atmest weiter tief, kehrst mit Gelassenheit wieder zu deiner Mitte zurück und trainierst dein Gleichgewicht mit Eifer und doch ohne größere Anstrengung. Du nimmst die Wucht des Stoßes an und lenkst die Kraft um in deinen eigenen Ausgleich, eine Bewegung deiner Arme, deines Körpers oder einem Ausfallschritt, ohne Angst, dass du dein Gleichgewicht völlig verlieren könntest.

Was könnte das bedeuten:

Wir haben nicht in der Hand, was uns das Leben bietet, wir können uns nicht schützen vor den Herausforderungen und Widrigkeiten  – vor ungeplanten Stößen! Und das Leben ist manchmal gar nicht nett…
Aber was wir können, ist unsere Fähigkeiten zu erweitern, damit umgehen zu lernen!

Balance ist nicht, nicht geschüttelt zu werden, sondern unsere Fähigkeit darauf zu reagieren:“respond – ability“
Und das ist unsere Verantwortung. Wie wir reagieren.

Drei Dinge, die für mich hilfreich sind und die sich bestimmt lohnen, in die Zukunft mitzunehmen:

  • Trainiere deinen Körper!

Finde heraus welches Übungsprogramm dir entspricht, ob allein oder in einer Gruppe. Welches Workout dir Freude macht und deinem Körper wirklich gut tut und was damit auch deine innere Mitte stärkt! (Das Leben ist zu kurz, um Sport zu machen, der uns  quält… Hab Spaß!!) Freu dich an deiner wunderbaren Hülle, deinem Körper und genieße ihn während deiner Bewegung!

  • Schütze dein Herz mit Dankbarkeit. Es gibt so viel Gejammer.

Dankbarkeit zu pflegen, ist eine Kraft, die unsere Immunabwehr stärkt, Stress abbaut und besonders dein Herz heilen lässt. (Das ist tatsächlich psychoneuroimmunologisch herausgefunden worden!)

  • Werde zu einem ErmutigerIN für andere!

Wer in deinem Umkreis braucht gerade neuen Mut, eine neue Perspektive oder ein offenes Ohr für Ängste? Wer braucht deinen Einsatz, deine Stimme? Welche Spuren hinterlässt du wenn du mit Menschen in Kontakt bist?

Oder noch größer gefasst:
Wer schreit an verschlossenen Grenzen, welche Tierart stirbt gerade aus, während wir uns um unseren Wirtschaftsaufschwung bemühen? Wem geben wir unsere Stimme, der sonst ungehört bleibt?

Was mir dabei besonders gut tut, ist die gegenseitige Ermutigung und Erinnerung an meinen Plan: hey, heute schon draußen gewesen?… was war dein highlight heute und für was bist du dankbar? …Wer könnte deine Ermutigung und deinen Einsatz brauchen?

Krisenfest heißt nicht, „es macht uns alles nicht aus“, sondern wir spüren, was wir brauchen, sorgen so gut es geht für uns und teilen was wir haben miteinander.

Ich hoffe dass dich diese „inneren Balanceschritte“ inspirieren und du immer wieder die Chance nutzt, nicht bewegungslos auf dem Fleck zu verharren, sondern neue Qualitäten in dir zu entwickeln.

 

 

Conny Pinnekamp

training. coaching. seminare.

Trainerin und Coach für Gewaltfreie Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung